Mit VLC Videos im lokalen Netzwerk streamen

Für viele Leute ist VLC derzeit wohl der beste Videoplayer. Er braucht keine Codecs, denn er bringt alles wichtige bereits mit. Doch mit VLC kann man noch mehr, als nur Videos ansehen und Audios anhören.

VLC besitzt eine Komponente um einen Video oder Audio-Stream im Netzwerk zu verteilen. Dabei unterstützt das Programm mehrere Eingangsformate. Neben der Auswahl einer Datei, kann man auch von einem Medium (DVD, Audio-CD, S/VCD), einem anderen Stream (Internet, Netzwerk) oder eine direkte Quelle auswählen.

Für die ersten Versuche kann man jedoch erst einmal eine Videodatei auswählen. Nach dem Start von VLC kann man unter dem Menüpunkt „Medien“ das Kommando „Streaming…“ auswählen. Es erscheint ein Dialog, in dem man die Quelle des Streams auswählen kann. Für den Anfang reicht, wie gesagt ein einfaches Videofile. Unter Windows bietet sich z.B. eines der Beispielvideos an. Ist die Wahl getroffen, geht es unten mit dem Button „Stream“ weiter.

Jetzt sollte man nochmals kurz überprüfen, ob man auch die richtige Quelle gewählt hat. Stimmt alles, geht es mit „Nächstes“ weiter. Alternativ kann man auch direkt auf „Ziele“ klicken. Dort sollte man sehen, dass derzeit ein Stream in eine Datei vorausgewählt ist. Wir wollen jedoch nicht in eine Datei speichern sondern den Stream in unser Netzwerk schicken. Als Ziel wählen wir UDP aus. Nach einem Klick auf „Hinzufügen“ können wir unsere Ziel angeben. Soll der Stream im ganzen Netzwerk verfügbar sein, bedienen wir uns der Broadcast-IP-Adresse. Diese erkennt man daran, dass die letzte Gruppe immer 255 lautet. Wir haben hier dann z.B. die Broadcast-IP 192.168.0.255.

Abschließend müssen wir nur noch die Transcodierung einstellen. Die Voreinstellung für H.264 und AAC können wir ruhig so lassen. Unter „Umcodierungsoptionen“ können wir mit dem Werkzeugsymbol einen Dialog öffnen, der uns genauere Einstellungen des Codecs erlaubt. Schauen wir uns dort unter „Videocodec“ die Bitrate an, fällt auf, dass diese derzeit auf 800 kB/s eingestellt ist. In einem lokalen, kabelgebundenen Netzwerk, ist dies ein recht niedriger Wert. Solange wir lokal sind, können wir also auch ruhig die Bandbreite auf 1600 kB/s verdoppeln. Dadurch schaut nachher unser Videostream deutlich besser aus. Jetzt nur noch kurz mit dem Button „Speichern“ die Einstellungen sichern.

Mit einem abschließenden Klick auf Stream starten wir diesen auch schon. Wir übertragen nun einen Broadcast in unser Netzwerk. Diesen Stream können wir nun von einem anderen PC oder Notebook aus empfangen. Hierzu öffnen wir dort den VLC und wählen unter „Medien“ den Eintrag „Netzwerkstream öffnen“ aus. Hier stellen wir wieder unsere Broadcast-IP ein. Jetzt sollten wir das gesendete Videosignal auffangen und anzeigen können.

Es gibt diverse Szenarien, bei denen man VLC einsetzen könnte. Sei es eine Präsentation, die auf mehreren Computern laufen soll, oder man möchte einen Fernsehsender im Netzwerk verteilen. Seit Version 1.0 ist dies ja nicht nur unter Linux möglich, sondern auch in Windows. Genausogut könnte man regelrecht einen eigenen Fernsehsender betreiben, indem man per Webcam und Mikro ein Videosignal ins Netzwerk einspeist. Versucht es einfach selbst einmal.

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